Dachneigungsrechner
Nur eine Schätzung. Prüfen Sie die Maße am tatsächlichen Dach und beachten Sie die Herstellervorgaben zum jeweiligen Dachmaterial.
Wohnhäuser in Deutschland haben meist 30 bis 45 Grad Dachneigung. 35° entsprechen 70 Prozent Gefälle und einem Neigungsfaktor von 1,221 – jeder Meter Grundrissbreite wird zu 1,22 m Dachfläche. Geben Sie Höhe und waagerechte Länge in Metern ein, um Neigung in Grad, Prozent, Neigungsfaktor und Sparrenlänge zu berechnen.
Regeldachneigung nach Dachdeckung
| Dachdeckung | Regeldachneigung ab | Typischer Bereich | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Dachziegel / Betondachsteine | ca. 22° | 25°–50° | Je nach Modell; Biberschwanz eher ab 30° |
| Naturschiefer | ca. 25° | 30°–60° | Deckart bestimmt die Mindestneigung |
| Bitumenschindeln | ca. 15° | 15°–60° | Vollflächige Schalung erforderlich |
| Metall-Doppelstehfalz | ca. 3° | 3°–90° | Unter 7° besondere Ausführung |
| Faserzement-Wellplatten | ca. 7° | 7°–45° | Profil und Überdeckung beachten |
| Flachdach-Abdichtung | 2 % Gefälle | 0°–5° | Abdichtung statt Deckung |
Dachneigung berechnen
Die Dachneigung ergibt sich aus dem Verhältnis von Höhe zu waagerechter Länge: Neigung in Grad = arctan(Höhe ÷ Länge), Gefälle in Prozent = Höhe ÷ Länge × 100. Ein Dach, das auf 4 m Länge um 2,80 m ansteigt, hat 70 % Gefälle bzw. 35°.
Der Neigungsfaktor ist 1 ÷ cos(Neigung) bzw. √(Höhe² + Länge²) ÷ Länge. Multiplizieren Sie eine waagerechte Länge oder Grundrissfläche damit, um die schräge Sparrenlänge bzw. die tatsächliche Dachfläche zu erhalten.
Neigungsfaktor und Dachfläche
Bei 120 m² Grundfläche und 35° Neigung beträgt die Dachfläche rund 120 × 1,221 = 147 m² (ohne Überstände). Dieser Wert ist für Dachziegel, Unterspannbahn und Lattung maßgeblich. Die Sparrenlänge ergibt sich genauso aus Lauf × Neigungsfaktor – oder direkt mit dem Sparrenrechner.
Häufige Fehler
- Spannweite und Lauf verwechseln. Beim Satteldach ist der Lauf nur die halbe Gebäudebreite.
- Prozent und Grad verwechseln. 45° sind 100 %, nicht 45 %. Bei flachen Dächern liegen beide Werte nahe beieinander, bei steilen weit auseinander.
- Bis zur Traufe statt bis zur Wand messen. Der Überstand verlängert den Sparren, verändert aber nicht die Neigung.
- Regeldachneigung der Deckung ignorieren. Unterhalb der Regeldachneigung sind Zusatzmaßnahmen nötig – siehe Tabelle und Herstellerangaben.
Dachneigung: Grad, Prozent und Faktor
Die Neigung lässt sich in Grad oder Prozent angeben. 15° entsprechen 27 % (Faktor 1,035), 22° entsprechen 40 % (1,079), 30° entsprechen 58 % (1,155), 35° entsprechen 70 % (1,221), 45° entsprechen 100 % (1,414) und 50° entsprechen 119 % (1,556). Im Englischen wird die Neigung oft als Verhältnis x:12 angegeben; der Rechner zeigt diesen Wert zusätzlich an.
Typische Neigung nach Dachform
- Flachdach: bis etwa 5°, mit Abdichtung und mindestens 2 % Gefälle zur Entwässerung.
- Pultdach: häufig 5° bis 25°.
- Satteldach: meist 30° bis 48°, klassisch um 45°.
- Walmdach: meist 25° bis 40°.
Steilere Dächer leiten Regen und Schnee schneller ab und schaffen mehr nutzbaren Dachraum, brauchen aber mehr Dachfläche. Bemessen Sie den Dachstuhl immer nach den örtlichen Schnee- und Windlasten.
Häufig gestellte Fragen
Welche Dachneigung ist am häufigsten?
Bei Wohnhäusern mit Satteldach sind 30° bis 45° besonders verbreitet. In diesem Bereich lassen sich alle üblichen Dachziegel verlegen, Regen und Schnee laufen zuverlässig ab und der Dachraum bleibt gut nutzbar.
Wie messe ich die Dachneigung?
Am einfachsten mit einem digitalen Winkelmesser oder einer Neigungs-App direkt am Sparren. Alternativ halten Sie im Dachraum eine Wasserwaage waagerecht an den Sparren, markieren 1 m und messen von dort senkrecht bis zum Sparren: 70 cm entsprechen 70 % bzw. 35°.
Wie rechne ich Dachneigung von Prozent in Grad um?
Grad = arctan(Prozent ÷ 100). 70 % ergeben arctan(0,7) ≈ 35°, 100 % ergeben 45°. Umgekehrt: Prozent = tan(Grad) × 100. Der Rechner zeigt beide Werte an.
Welche Mindestneigung brauchen Dachziegel?
Die Regeldachneigung vieler Dachziegel und Betondachsteine liegt um 22°, bei Biberschwanzziegeln eher bei 30°. Darunter sind Zusatzmaßnahmen wie eine regensichere Unterdeckung nötig. Maßgebend sind die Angaben des Herstellers für das konkrete Modell.
Was ist der Neigungsfaktor?
Der Neigungsfaktor ist 1 ÷ cos(Dachneigung). Multipliziert mit einer waagerechten Länge ergibt er die schräge Länge, multipliziert mit der Grundfläche die Dachfläche. Bei 35° beträgt er 1,221, bei 45° 1,414.
Ab wann gilt ein Dach als Flachdach?
Als Flachdach gelten Dächer mit sehr geringer Neigung, meist bis etwa 5°. Sie werden nicht gedeckt, sondern abgedichtet, und brauchen ein Gefälle von mindestens 2 %, damit kein Wasser stehen bleibt.
Wie beeinflusst die Dachneigung die Schneelast?
Auf steileren Dächern bleibt weniger Schnee liegen, deshalb sinkt die rechnerische Schneelast mit zunehmender Neigung. Die Bemessung hängt aber auch von der Schneelastzone und Geländehöhe ab. Der Dachstuhl wird nach Eurocode 1 bemessen, nicht nach der Neigung allein.
Verwandte Rechner
Quellen
- Roof Pitch Calculator – Formeln, Neigungsfaktor und KategorienOmni CalculatorQuelle für Neigungsverhältnis, Prozentgefälle, Neigungsfaktor, Neigungskategorien und die Sparrenlängenformel.
- Guide to Roof Pitch – What It Is and Why It MattersThis Old HouseBestätigt den häufigen Bereich von 4:12 bis 8:12 sowie die Mindestneigungen für Bitumenschindeln.
- Roofing Application Standards und VerlegeanleitungenAsphalt Roofing Manufacturers Association (ARMA)Branchenhinweise zu Mindestneigungen und zusätzlichen Unterlagen bei Bitumenschindeln zwischen 2:12 und 4:12.